Liebe Freunde von Kiripia!
Eine E-Mail von Pater Bisson erreichte uns am 21. Dezember. Hierin beschreibt er nochmals die schwierige Lage der Menschen in Kiripia. Wir hatten über einen längeren Zeitraum keinen Kontakt mehr mit Pater Bisson. Erst durch einen Telefonanruf erfuhren wir, dass das Strom– und E-Mail-System oftmals zusammenbricht.
So warteten wir auf den alljährlichen Rundbrief, um auch die auswärtigen Spender/innen informieren zu können.
Pater Bisson schrieb:
Schon vor Monaten gab es Berichte, dass das Phänomen des El Niño auch Einfluss haben könnte auf die Wetterlage in Papua Neuguinea. Damals hatten wir noch keine Vorstellung von den zerstörerischen Auswirkungen, die dann im Juli/August eintraten. Über einen längeren Zeitraum hatten wir nachts Temperaturen um 0 Grad. Als wir dann fünf Nächte hintereinander Temperaturen von -5 Grad hatten, (Kiripia liegt auf 2.400 m), brach das Unglück über die Menschen herein. Im ganzen Tal waren alle Pflanzen, bis auf etwas Kohl und Broccoli erfroren. 40 000 Menschen, die nahezu ausschließlich von ihren Gärten lebten, hatten für ihre Familien keine Nahrung mehr. Das wenige Geld, das sie besaßen, war bald ausgegeben. Danach begann für die Menschen eine Zeit des Hungerns. Besonders schlimm waren die Auswirkungen bei den 2.000 Kindern, die Schulen in Kiripia und den Außenstationen besuchen und oftmals weite Wege zurücklegen müssen. Manche Kinder wurden auf dem Schulweg ohnmächtig. Andere Kinder waren apathisch, schliefen im Unterricht ein oder konnten sich nicht konzent-rieren. Da sie wochenlang keine ausreichende Nahrung bekamen, kam es zu ernsthaften Durchfaller-krankungen.
Zum Glück bekamen wir Hilfe aus Freiburg und Österreich. Das Geld ermöglichte uns, für die Schulkinder „Ernährungsriegel“ zu kaufen. Lehrer und Eltern erkannten bald die große Chance für ihre Kinder. Sie schickten sie wieder in die Schule und bald konnten sie auch auf den Wiesen zwischen den Schulgebäuden herumtollen. Ihre Mitarbeit im Unterricht wurde zusehends besser. Viele andere Schulen mussten schließen. Wir konnten dank der Hilfe den normalen Schulbetrieb bis zum Schuljahresen-de Anfang Dezember aufrechterhalten.
Mit weiteren Hilfen aus Freiburg, der Caritas International und unserer Erzdiözese haben wir soviel Reis gekauft, dass wir 2.000 Familien einen 10 kg Sack geben können. Ein wunderbares Weinachtsgeschenk für Menschen, die hungern. Stammesvölker haben ein langes Gedächtnis. Anthropologen sagen, dass Menschen seit etwa 10.000 Jahren hier leben. Aber niemand hat je von einer solchen Tragödie mit diesem Ausmaß gehört.
Wegen der Höhenlage wird es 8 bis 9 Monate dauern, bis Süßkartoffeln und Taro geerntet werden können. So werden die Menschen noch eine lange Zeit des Hungerns vor sich haben und wir werden weiterhin Eure Unterstützung brauchen.
Allen, die den hungrigen Menschen helfen, möchte ich die Worte Jesu (Mt. 25,37) in Erinnerung rufen: „Herr, wann sahen wir dich hungrig und haben dir zu essen gegeben?“……Und der König wird antworten: Ich sage euch, alles was ihr den geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan.“ Seid gewiss, der Herr wird Euch segnen, weil ihr in den Menschen hier seine Brüder und Schwestern seht.
Ihr dankbarer Pater Joe Bisson SVD
Die erste Nachricht von der sich abzeichnenden Katastrophe erreichte uns Anfang Oktober, als Pater Bisson von Boston zurückgekehrt war. Dort hatte er sich 2014 einer Herzoperation unterzogen. Die Untersuchungen in diesem Jahr bestätigten einen guten Heilungsverlauf. Im Januar 2016 wird er 80 Jahre alt. Wir haben zusammen mit unserem Pfarrer Frank Prestel, der mit uns 2010 und 2013 in Kiri-pia war, eine Aktion in unserer Seelsorgeeinheit Freiburg/Nord gestartet. Das Ergebnis war überwälti-gend. Zusammen mit einem Zuschuss von der Caritas International (Sitz in Freiburg) konnten wir bis jetzt 18 000 € überweisen. Weitere 10 000 € werden wir Anfang 2016 schicken. Die Menschen sind überaus dankbar für diese Unterstützung.
Im Internet konnten wir den Bericht eines jungen Österreichers lesen, der zurzeit beruflich in Mount Hagen ist. Spontan hat er eine Hilfsaktion für Kiripia gestartet und über 4 200 € zusammenbekommen. Auch dieses Geld kam den Schulkindern zugute.
El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, und tritt in unregelmäßigen Abständen immer wieder auf, aber in diesem Jahr traf es das Land überaus hart. Während im Hochland der Frost die Gärten zerstörte, litten und leiden die Menschen an der Küste unter Wassermangel. In manchen Gegenden mussten dort die Schulen und Krankenhäuser geschlossen werden.
In diesem Land sind es in erster Linie die christlichen Kirchen, die im Schul– und Gesundheitsbereich tätig sind und dank vieler Privatinitiativen den Menschen helfen können. Der Staat ist mit den vielen Problemen überfordert. Papua Neuguinea gehört mit zu den ärmsten Ländern der Welt.
In seinem jetzigen Bericht schreibt Pater Bisson leider nichts über seine Pläne, die Highschool betreffend. Er hat tatsächlich, schon wie er in früheren E-Mails schrieb, begonnen, seinen Traum zu verwirk-lichen. Die bestehenden Schulen wurden einfach erweitert. Mit dem Bau von acht Lehrerhäusern wurde bereits begonnen. So konnten in diesem Jahr 260 Schüler/innen für die erste Jahrgangsstufe aufgenommen werden. Weitere 200 Jugendliche haben sich für das im Februar beginnende Schuljahr angemeldet. Im bestehenden Pfarrzentrum wurden Räume für Übernachtungen geschaffen, damit auch diejenigen, die weiter weg wohnen, diese Schule besuchen können. Geplant ist aber, auf der jetzigen Viehweide ein Internat zu bauen für 1000 Schüler/innen. Die Pläne sind vorhanden, es bestehen auch finanzielle Zusagen von Seiten des Staates. Die treibende Kraft ist aber die Erzdiözese Mount Hagen, die hinter dieser Highschool steht. Zwei weitere dieser Art bestehen bereits in der Erzdiözese. Der Schlüssel zur weiteren Entwicklung des Landes ist Bildung. Wir wünschen Pater Bisson, dass er all das noch erleben darf.
Wir möchten uns ganz herzlich für Ihre Unterstützung bedanken. Der Helferkreis, der 1966 in der Pfarrgemeinde St. Urban für den Bau der Kirche gegründet wurde und zu dem auch Verwandte und Bekannte gehören, die auswärts wohnen, kann nächstes Jahr ein Jubiläum feiern: 50 Jahre Helferkreis Kiripia. Einige von Ihnen sind von Anfang dabei.
Wir können nur ein herzliches Vergelt`s Gott sagen.
Marianne und Konrad Röseler.
Hier nochmals die Spendenkonten:
- Spendenkonto: Konrad Röseler
IBAN-DE70 6805 0101 0002 2648 99
Verwendungszweck: Hilfe für Kiripia - Spendenkonto: Pfarramt St. Urban
IBAN DE81 6805 0101 0013 4653 88
Verwendungszweck: Hilfe für Kiripia




Schüler/innen der Elementary-, Primary- und Secondary- School bei der Verteilung

