Start mit großen Erwartungen
Das neue Familienzentrum "Das Netz" in Brühl-Beurbarung ist am Sonntag feierlich eingeweiht worden.BRÜHL-BEURBARUNG. Es ist erst ein paar Tage alt, aber bereits mit enormen Erwartungen konfrontiert: Das "Netz", das neue Familienzentrum der katholischen Pfarrgemeinde St. Konrad und Elisabeth, soll sowohl "die Zukunft" sein als auch "eine Antwort" auf aktuelle Herausforderungen, es soll Eltern und Kinder unterstützen und damit "ein neues Kapitel" für den Stadtteil aufschlagen. Diese Wünsche äußerten die Redner anlässlich der Eröffnung des Zentrums am Sonntagvormittag.
Gemeinsam mit Pastoralreferent Martin Vrana sowie den Leiterinnen der Kindergärten St. Konrad, St. Elisabeth und St. Bernhard wollen zahlreiche ehrenamtliche Helfer dafür sorgen, dass die guten Wünsche wahr werden und das "Netz", Emmendinger Straße 41, zu einem Stadtteilzentrum wird, in dem Menschen aller Konfessionen und Nationalitäten zusammenkommen und Alltagshilfe erhalten.
Es heißt in einem afrikanischen Sprichtwort, um ein Kind zu erziehen, brauche man nicht nur die Familie, sondern ein ganzes Dorf. Besser ist das Anliegen der Pfarrgemeinde mit Pfarrer Frank Prestel an der Spitze kaum zu beschreiben. Genau solch ein Dorf wollen die Verantwortlichen mit dem "Netz" für den Stadtteil Brühl-Beurbarung organisieren, einem Stadtteil mit hohem Migranten- und Arbeitslosenanteil. "Wir beginnen erstmal bei den Kindergartenkindern und ihren Eltern, denn für sie gibt es hier noch kein entsprechendes Angebot", erklärt Martin Vrana, "wenn das gut läuft, können wir uns aber auch vorstellen, unser Programm zu erweitern."
Am gestrigen Montag ging es im "Netz" dann gleich los mit dem Alltagsbetrieb, vormittags mit einem Elterncafé zum Thema Sprachförderung. Eine Mitarbeiterin der Sprachheilschule leitet die Veranstaltung künftig jeden Montag. Am heutigen Dienstag beginnt um 9.30 Uhr ein Elternkurs zu allgemeinen Erziehungsfragen mit einer Pädagogin, und donnerstags wird von dieser Woche an ein offenes Elterncafé stattfinden. "Das soll vor allem eine Möglichkeit zur Begegnung bieten. Wir wollen diese Treffen aber auch dazu nutzen herauszufinden, an welchen Angeboten die Eltern Interesse haben. Wir stehen schließlich noch ganz am Anfang", sagt Vrana. Im Oktober beginnt zudem ein Kurs zu Ernährungsfragen, und für kommendes Jahr ist ein Kinder-Väter-Projekt geplant.
"Ideen gibt es haufenweise, dennoch brauchen wir trotz vieler motivierter Ehrenamtlicher eine breitere personelle Basis für das Familienzentrum. Am besten wäre, wenn wir noch eine Halbzeitstelle finanziert bekämen", erklärt der Personalreferent. Bis auf einige Spenden schultert die Pfarrgemeinde bislang alle Kosten alleine.
In den Umbau hat die Gemeinde 600 000 Euro investiert.
Schon der Ausbau der ehemaligen Sozialstation über dem Kindergarten St. Konrad, wo eine Küche mit Foyer und drei Räume für das Familienzentrum entstanden sind, sowie die Renovierung des Saals im Untergeschoss haben mehr als 600 000 Euro verschlungen. Die Pfarrgemeinde hofft daher auf einen Zuschuss der Stadt. Ein entsprechender Antrag ist gestellt. Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach machte den "Netz"-Betreibern am Sonntag in dieser Hinsicht Hoffnung. In seiner Rede lobte er ihr Konzept und betonte, dass es sich – trotz der Vorgabe, angesichts der klammen Haushaltslage keine neuen Projekte zu bezuschussen – immer lohne, genau hinzugucken.
Stefan Büdenbender, Vater zweier kleiner Töchter und Pfarrgemeinderatsmitglied, wünscht sich, dass sich viele engagieren werden und das "Netz" auf große Resonanz bei den Bewohnern treffen wird: "Ich denke, das Zentrum kann die kulturelle Vielfalt hier im Stadtteil unterstützen. Das kann richtig klasse werden."



